Motorradpilgerin


Pilgerin? 

Pilger sind Reisende. 

Reisende, die etwas mehr oder weniger Bestimmtes im Sinn haben oder suchen und wohl irgendwie daran glauben, das auf ihrer Reise zu finden oder zu verwirklichen. Menschen, die vielleicht sogar ihr ganzes Leben als eine Reise betrachten, ohne danach zu streben, an einem bestimmten Ort anzukommen, sondern das Reisen selbst lieben. 

Mehr und mehr erlebe ich mich in diesem Sinne als eine Reisende, eine Pilgerin.

Natürlich suchen wir alle letztlich wohl dasselbe und immer nur eins, nämlich glücklich zu sein. (Oder wer wollte von sich behaupten, er suche danach, unglücklich zu sein?) Für den Pilger, für die Reisende liegt es gleichsam wie in der Luft oder auf der Straße, jedenfalls auf dem Weg, ist Teil des Wegs, die Erfahrung des Glücks...

...etwa in der Erfahrung von immer wieder neuen Eindrücken und Begegnungen...
...in der Anregung von Geist und Sinnen...
...in Aufmerksamkeit und Erkenntnis...
...in der Erfahrung von Freiheit und Grenzen...
...und nicht zuletzt gerade auch auf Reisen im Zur-Ruhe-Kommen, in der Stille des Allein-Seins auf der Reise, im Zurückgeworfen-Sein auf sich selbst - und so letztlich in der Selbst-Erfahrung und Selbst-Erkenntnis.


Motorradpilgerin? 

Ein Pilger, eine Pilgerin mit dem Motorrad? 

Nun, Unterwegssein ist nichts abstraktes, Reisen ist sehr konkret. Fortbewegungsmittel gibt es viele; mein bevorzugtes ist das Motorrad. Mit dem Motorrad unterwegs zu sein ist als solches eine eigene Art der Erfahrung, eine sehr unmittelbare, die für mich eben mehr ist als bloße Fortbewegung. Es macht mir Freude.


In diesem Sinne also...


Motorradpilgerin